{"id":10531,"date":"2025-06-06T16:33:27","date_gmt":"2025-06-06T14:33:27","guid":{"rendered":"https:\/\/ohmynsl.capsule.ch\/2025\/06\/hybrides-entwerfen-fuer-multikodierte-wasserlandschaften-2\/"},"modified":"2025-08-27T12:39:29","modified_gmt":"2025-08-27T10:39:29","slug":"hybrides-entwerfen-fuer-multikodierte-wasserlandschaften-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ohmynsl.capsule.ch\/en\/2025\/06\/hybrides-entwerfen-fuer-multikodierte-wasserlandschaften-2\/","title":{"rendered":"Hybrides Entwerfen f\u00fcr multikodierte Wasserlandschaften"},"content":{"rendered":"<p><em>Die Landschaftsarchitektur sieht sich im Kontext des Klimawandels mit vielf\u00e4ltigen Herausforderungen konfrontiert. Beim Umgang mit Wasserlandschaften treffen zunehmend intensivere hydrologische Dynamiken auf \u00fcberwiegend statisch gestaltete Landschaften. Diese Entwicklung bedingt ein Umdenken und ein dynamischeres Verst\u00e4ndnis der Wechselwirkungen zwischen Wasser und Land. Um zukunftsf\u00e4hige und robuste Landschaften gestalten zu k\u00f6nnen, besch\u00e4ftigen wir uns deshalb mit der Entwicklung von Entwurfsmethoden, die digitale und physische Arbeitsweisen verbinden.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Zeitgen\u00f6ssische Herausforderung<\/h3>\n<p>Die aktuelle Klimaforschung zeigt immer deutlicher, dass sich die Dynamiken der Schweizer Wasserlandschaften in Zukunft intensivieren werden. Langfristig eingependelte Rhythmen des Wasserhaushaltes verschieben sich und die Amplituden hydrologischer Prozesse werden gr\u00f6sser. Diese Ver\u00e4nderungen treffen auf eine gebaute Landschaft, die wesentlich von einer modernistischen Haltung der Abgrenzung und Kontrolle gepr\u00e4gt ist. Exemplarisch ersichtlich ist dieser Umgang mit Blick auf die Flusskorrekturen und Meliorationen der letzten rund 200 Jahre. Diese sowie zahlreiche andere landschaftliche Eingriffe und r\u00e4umliche Typologien verfolgten das Ziel, Wasserl\u00e4ufe zu regulieren, ihre Dynamiken einzuschr\u00e4nken und eindeutige, starre Grenzen zwischen Wasser und Land zu ziehen. Die Konsequenzen dieses Ansatzes zeigen sich nicht nur in einer signifikanten Beeintr\u00e4chtigung von \u00f6kologischen Systemen, sondern auch in einer erh\u00f6hten Vulnerabilit\u00e4t gegen\u00fcber Extremereignissen. Hydrologische Prozesse, die die starren Strukturen \u00fcbersteigen, erh\u00f6hen das Schadenspotenzial erheblich \u2013 bis hin zu einem vollst\u00e4ndigen Kontrollverlust. Angesichts der prognostizierten Ver\u00e4nderung dynamischer Wasserprozesse ist es daher unabdingbar, landschaftliche Infrastrukturen und Typologien zu \u00fcberdenken und bestehende Landschaftsbauten zu adaptieren.<\/p>\n<h3>Landschaftstypologien und Entwurfsmethoden<\/h3>\n<p>Die gebaute Landschaft kritisch zu hinterfragen, ohne dabei ihre Errungenschaften aufzugeben oder in vormoderne Zust\u00e4nde zu romantisieren, stellt eine zentrale Herausforderung des gegenw\u00e4rtigen landschaftsarchitektonischen Entwerfens dar. Es gilt, landschaftliche Typologien zu entwickeln, die Dynamiken zulassen, ohne dabei die Notwendigkeit von Grenzen zu negieren \u2013 Landschaften, die multikodiert sind, sich \u00fcberlagern und in Bewegung bleiben. F\u00fcr die Profession ergibt sich daraus die grundlegende Frage, mit welchen gestalterischen Mitteln solche zeitr\u00e4umliche Konfigurationen entworfen werden k\u00f6nnen \u2013 Landschaftsr\u00e4ume und Typologien, die gleichzeitig den gesellschaftlichen Bed\u00fcrfnissen nach Schutz und Ordnung entsprechen, Anforderungen an Biodiversit\u00e4t und \u00d6kologie gerecht werden und dabei die zunehmenden Dynamiken aufnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Lehre und Forschung \u00abDigital Design Methods\u00bb und dem Entwurfsstudio im Master f\u00fcr Landschaftsarchitektur wird untersucht, mit welchen Methoden adaptierte r\u00e4umliche Typologien entwickelt werden k\u00f6nnen, die in der Lage sind, besser auf dynamische Landschaftsprozesse zu reagieren. Dabei kommen 3D-Modelle und simulationsbasierte Methoden ebenso zum Einsatz wie zug\u00e4ngliche, iterative physische Verfahren, die nicht nur die Pr\u00e4zision und scheinbare Eindeutigkeit der digitalen Geometrien in Frage stellen, sondern auch gestalterische Freir\u00e4ume durch ambivalente, ortsspezifische und subjektive Herangehensweisen er\u00f6ffnen. Die Verschr\u00e4nkung dieser unterschiedlichen methodischen Zug\u00e4nge k\u00f6nnte einen Weg aufzeigen, wie zuk\u00fcnftige landschaftliche Gestaltungsstrategien sowohl an Komplexit\u00e4t als auch an Resilienz gewinnen und so das Spektrum m\u00f6glicher Antworten f\u00fcr r\u00e4umliche Fragestellungen erweitern.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_25780\" aria-describedby=\"caption-attachment-25780\" style=\"width: 110px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/ohmynsl.capsule.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Dennis-Haeusler.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-25780\" src=\"https:\/\/ohmynsl.capsule.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Dennis-Haeusler.jpeg\" alt=\"Portraitfoto Dennis H\u00e4usler\" width=\"110\" height=\"110\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-25780\" class=\"wp-caption-text\">Dennis H\u00e4usler<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_25784\" aria-describedby=\"caption-attachment-25784\" style=\"width: 110px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/ohmynsl.capsule.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Matthias-Vollmer.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-25784\" src=\"https:\/\/ohmynsl.capsule.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Matthias-Vollmer.jpeg\" alt=\"Portraitfoto Matthias Vollmer\" width=\"110\" height=\"110\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-25784\" class=\"wp-caption-text\">Matthias Vollmer<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Die abgebildeten Arbeiten entstanden im Zusammenhang mit dem Kurs Digital Design Methods II, der von <a href=\"mailto:haeusler@arch.ethz.ch\">Dennis H\u00e4usler<\/a> (<a href=\"https:\/\/www.nsl.ethz.ch\/en\/news\/?_sft_departemente=prof-martina-voser\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Professur Voser, Landschaftsarchitektur<\/a>) und <a href=\"mailto:matthias.vollmer@arch.ethz.ch\">Matthias Vollmer<\/a> (<a href=\"https:\/\/lvml.arch.ethz.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Large Scale Virtualisation and Modelling Lab \u2013 LVML<\/a>) unterrichtet wird. Sie sind Teil der Forschung am Institut und integriert in die Lehre des Masterprogramms Landschaftsarchitektur der ETH Z\u00fcrich.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Landschaftsarchitektur sieht sich im Kontext des Klimawandels mit vielf\u00e4ltigen Herausforderungen konfrontiert. Beim Umgang mit Wasserlandschaften treffen zunehmend intensivere hydrologische Dynamiken auf \u00fcberwiegend statisch gestaltete Landschaften. Diese Entwicklung bedingt ein Umdenken und ein dynamischeres Verst\u00e4ndnis der Wechselwirkungen zwischen Wasser und Land. 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